Neuerungen 2005

am .

Kantonales Steuerrecht BL

Für das Ausfüllen der Steuererklärungen 2004 sind nur wenige Änderungen zu beachten:

  • Erhöhung des Mietkostenabzuges von CHF 1'000 auf CHF 1'500 pro Person
  • Generelle Erhöhung der Eigenmietwerte für selbstgenutztes oder zur Nutzniessung überlassenes Wohneigentum um 8%
  • Gleichschaltung des Unternutzungsabzuges mit der Direkten Bundessteuer

Für den Steuerbezug gilt nun offiziell eine neue Verzugszinsenregelung. Verzugszins wird nur noch ab gesetzlichem Fälligkeitstermin erhoben, wenn und soweit provisorische Steuerrechnungen gestellt worden sind. Damit ist ein grosses Ärgernis der Steuerpflichtigen beseitigt worden. Wer also die provisorischen Steuerrechnungen jeweils bezahlt, wird keine Verzugszinsen zu tragen haben, auch wenn der tatsächlich geschuldete Steuerbetrag höher ist.

31 Gemeinden haben sich für den Steuerbezug dem Kanton angeschlossen. Die Staats- und Gemeindesteuern werden für diese Gemeinden gemeinsam durch den Kanton eingezogen. Diese Massnahme fördert die Übersichtlichkeit des Steuerbezuges für die Steuerpflichtigen. Aus deren Sicht ist zu hoffen, dass sich auch die übrigen Gemeinden gelegentlich diesem Vorgehen anschliessen.


BVG

  • Erhöhung des Mindestzinssatzes auf 2.5% ab 1. Januar 2005.
  • Reduktion des unteren Grenzbetrages (Beginn Obligatorium) auf CHF 19'350.
  • Erhöhung des oberen Grenzbetrages (Obergrenze Obligatorium) auf CHF 77'400.
  • Selbständigerwerbende können ihre BVG-Kapitalien nicht mehr beliebig zurückziehen. Die Gelder bleiben in der beruflichen Vorsorge gebunden. Eine ausschliesslich überobligatorische Versicherung ist jedoch neuerdings möglich.
  • 1/4 des Altersguthabens kann bei Pensionierung als Kapitalleistung gefordert werden, auch wenn das Reglement dies nicht vorsieht.
  • Der Rentenumwandlungssatz wird stufenweise auf 6.8% gesenkt.
  • Die bisherige Beschränkung der Einkaufsbeiträge ist aufgehoben. Ein voller Einkauf bis höchstens zur Höhe der reglementarischen Leistungen ist zukünftig wieder möglich.


Mutterschaftsversicherung

  • Mutterschaftsversicherung per 1. Juli 2005 in Kraft gesetzt.
  • Die Beitragserhebung erfolgt über die EO.
  • Leistungsansprüche müssen mit offiziellem Formular bei derjenigen Ausgleichskasse geltend gemacht werden, welche bisher die Beiträge erhoben hat.

Mehrwertsteuer

In einer Broschüre Nr. 610.526-01 11.2004 hat die Eidg. Steuerverwaltung verschiedene Praxisänderungen für die Mehrwertsteuer bekannt gegeben. Die Änderungen sollen mehrheitlich Vereinfachungen bringen. Die Darlegung der Einzelheiten würde den Rahmen dieser Publikation sprengen. Wir verweisen Sie deshalb auf die erwähnte Broschüre.


Elektronische Signatur

Per 1. Januar 2005 ist das neue Bundesgesetz über die elektronische Signatur in Kraft getreten. Dieses Gesetz definiert die Regeln, unter welchen Dokumente elektronisch signiert werden können. Der urkundliche Geschäftsverkehr soll dadurch vereinfacht werden. Die elektronische Signatur soll über Zertifizierungsdienste ermöglicht werden. Insbesondere im Verkehr mit Versicherungen und öffentlichen Institutionen kann die elektronische Signatur erhebliche Erleichterungen bringen.


Verrechnungssteuer

Das Meldeverfahren für konzerninterne Dividenden kann ab dem 1. Januar 2005 auch im internationalen Konzernverhältnis angewendet werden, wenn die Dividendenempfängerin in einem Staate ansässig ist, mit welchem die Schweiz ein DBA hat, und eine wesentliche Beteiligung besitzt (i.d.R. mind. 20%). Dadurch entfällt die Ablieferung der Verrechnungssteuer an die Eidg. Steuerverwaltung und deren Rückerstattung an die Dividendenempfängerin. Bisher war das Meldeverfahren nur in inländischen Verhältnissen möglich. Die Anwendung des Meldeverfahrens muss jedoch bei der Eidg. Steuerverwaltung ersucht werden (Form. 823 bzw. 823b)

(vgl. Kreisschreiben Nr. 6 vom 22.12.2004)


Neuer Lohnausweis

Der neue Lohnausweis wird auf den 1. Januar 2006 "definitiv" eingeführt. Für das Jahr 2005 kann er probeweise durch die Unternehmungen bereits verwendet werden. Offen bleibt noch, ob die Einführung sistiert wird, wenn sich die parlamentarische Kommission, welche sich mit verschiedenen diesbezüglichen Vorstössen befasst, dagegen aussprechen sollte. Pragmatisch betrachtet müssen wir vorerst von der Einführung ausgehen.

Die Problematik des neuen Lohnausweises liegt weniger in dessen Ausfüllen, als vielmehr in der systematischen, effizienten Datenbeschaffung. Die systematische und EDV-gestützte Erfassung aller relevanten Informationen muss gründlich durchdacht und vorbereitet werden, damit die Lohnausweise nach Jahresende zeitgerecht erstellt werden können.

Materiell bringt der Lohnausweis keine fundamentalen Änderungen. Durch die zwingende Deklaration von Gehaltsnebenleistungen wird deren steuerliche Qualifikation von den Arbeitgebern zur Steuerbehörde verschoben. In diesem Sinne hat die Einführung des neuen Formulares mehr mit der Durchsetzung der steuerlichen Bestimmungen denn mit steuerrechtlichen Neuerungen zu tun. Für die KMU wird die Datenbeschaffung dennoch teilweise zu erheblichen Mehraufwendungen führen.

Als wesentliche Erleichterung empfiehlt es sich, entweder genehmigte Spesenreglemente einzuführen oder sich bei Spesenabgeltungen an die betragsmässigen Vorgaben von Ziffer 13 der Kurzanleitung zum Lohnausweis zu halten. .


Wir werden in nächster Zeit diesbezüglich unsere Klienten über die zu treffenden Vorkehrungen detailliert informieren.